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FREIZEIT & TOURISMUS

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Ein Blick in die Zukunft Diese fotorealistische Darstellung zeigt die fünf geplanten Seevillen zwischen dem Hotel und der Tourist-Information am Wiesensee. Der Ortsgemeinderat Stahlhofen am Wiesensee stimmte mehrheitlich dafür, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu erstellen. Westerwälder Zeitung vom Samstag, 30. Juni 2012, Seite 9

Projekt Ortsgemeinderat stimmt Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes nach Diskussion mehrheitlich zu

Stahlhofen am Wiesensee. Die Lindner Unternehmensgruppe (Düsseldorf) plant eine Großinvestition am Wiesensee: Auf der Fläche zwischen der Hotelanlage und der Tourist-Information sollen fünf Seevillen errichtet und die Parkplatzflächen neu gestaltet werden. Im Raum steht eine Investitionssumme in zweistelliger Millionenhöhe.

Mehrheitlich hat der Ortsgemeinderat von Stahlhofen am Wiesensee die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit zwei Gegenstimmen und einer Stimmenthaltung beschlossen. Vorausgegangen war eine äußerst kontrovers und emotional geführte Diskussion um die Fragen: Was verträgt die schöne Landschaft am Wiesensee? – Kann es sich die Ortsgemeinde leisten, auf diese Investition zu verzichten? Ortsbürgermeister Günther Raspel wies auf den bestehenden Bebauungsplan von 1982 hin. Er enthält ein Hotel, das in etwa mit dem errichteten übereinstimmt, und in Richtung Golfplatz 320 Ferienhäuser plus die nötigen Parkplätze. Der Plan wurde in dieser Form nie realisiert. Schon einmal hatte der Ortsgemeinderat über das neue Vorhaben diskutiert, ohne zu einem Beschluss zu kommen. Nun standen Architekt Daniel Schwecke (Lindner Architekten) und Diplom-Biogeograf Bernhard Diefenthal (Freiraumplanung Diefenthal, Moschheim) Rede und Antwort zu dem neuen Vorhaben.



Kernpunkte sind: Die neuen Seevillen (mit insgesamt 70 bis 90 Wohneinheiten) sollen „satt in der Landschaft sitzen“ (Schwecke), also sich in sie eingliedern. Diese Wohneinheiten sollen dann vermarktet werden.

Die Traufhöhe des Hotels wird dabei nicht überschritten. Der Seeweg soll erhalten bleiben, alle Wege, die heute um den Wiesensee führen, bleiben unberührt. Vorgesehen ist eine „homogene Situation von Hotel und Villen“. Dabei werden die unterirdischen Bereiche (unter und zwischen den neuen Gebäuden) genutzt, beispielsweise für eine Tiefgarage und ein Schwimmbad. Erhalten werden soll viel Grün, deshalb wird auch mit einem Landschaftsplaner kooperiert. Schwecke betonte, dass es sich bei den auch visuell präsentierten Plänen um Skizzen und Entwürfe handelt, Architektur „immer streitbar“ sei. Zunächst müsse nun der Rat den allerersten Schritt tun. „Wir reden über ein Ja oder Nein, einen Bebauungsplan aufzustellen“, bekräftigte Raspel. Die Verfahrenschritte erläuterte Diefenthal. „Heute geht es um das Signal, ob Sie grundsätzlich einer solchen Investition zustimmen, bereit sind, als Ortsgemeinde diese Entwicklung mitzugehen. Die Detailplanung für Höhe, Stil und Fassade kommt später, da haben Sie die Möglichkeit mitzubestimmen.“

„Wir haben das Pferd von hinten aufgezäumt. Fragen diskutiert, wie die Bebauung aussieht, ohne bereits eine Grundlage dafür zu haben“, stellte Bürgermeister Gerhard Loos fest und wies auf eine weitreichende Bedeutung dieses Projektes hin, vor allem mit Bezug auf die Entschlammung des Wiesensees und die Entwicklung des Hotels. „Es wird keine Investition geben, wenn es keine Entschlammung gibt“, verdeutlichte er. Und es sei leichter, in Mainz zu argumentieren, wenn gesagt werden könne, dass am Wiesensee ein Privatinvestor angeklopft habe, der eine zweistellige Millionensumme investieren wolle. Wie Schwecke betonte, sei es der Lindner Unternehmergruppe wichtig, in den Standort zu investieren, um ihn zu erhalten.

Eine glühende Rede für das Vorhaben hielt Gottfried Werner und appellierte an den Rat, sich bei der Abstimmung – bei der es um die Zukunft der Gemeinde gehe – nicht der Stimme zu enthalten. Gegenargumente brachten Bert-Werner Wüst („Eine Hotelerweiterung wäre sinnvoller, als die Landschaft zuzupflastern“) und Markus Normann („Es gefällt mir nicht, wenn alles zugebaut wird“), die mit Nein stimmten. Karin Zaeper fragte mehrfach nach, welche Einflussnahme die Ortsgemeinde bei der konkreten Planung habe; sie enthielt sich der Stimme. Für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes stimmten Gerd-Udo Gundermann, Frank Butterweck, Gottfried Werner, Reiner Schmidt und Günther Raspel. Matthias Mockenhaupt nahm an der Sitzung nicht teil.

Ein Bericht aus der Rhein-Zeitung (Westerwälder Zeitung) vom Samstag, 30. Juni 2012, Seite 9
Reporterin: Angela Baumeier

www.rhein-zeitung.de/westerwald

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