Mittwoch, 18. Oktober 2017 - 22:15 Uhr

UNSERE ORTSGEMEINDE

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Waldbegang am 08.05.2010

„Wer ist eigentlich der Chef in Ihrem Gemeindewaldbetrieb?“

Mit dieser provokant gestellten Frage begrüßte der Leiter des Forstamtes Rennerod  Hartmut Schroer die ca. 35 erschienenen neuen bzw. besonders an der Waldbewirtschaftung interessierten Mitglieder des Stadtrates und der Gemeinderäte der Verbandsgemeinde Westerburg im Bürgerhaus der Gemeinde Stahlhofen am Wiesensee. Und die Antwort lautet ganz eindeutig: Der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin! Diese/r legt die Ziele und Bewirtschaftungsintensität für die Waldbewirtschaftung fest.

 

Die forstfachliche Leitung hat lt. Landeswaldgesetz hingegen der Forstamtsleiter, der dies auf die Revierleiter delegieren kann.

Um vor allem den im letzten Jahr neu hinzugekommenen Mitgliedern der Gemeinderäte eine Einführung in die Forstwirtschaft zu geben, informierte Hartmut Schroer in einem ca. 90-minütigen Vortrag angefangen von standörtlichen Fragen, über die einzelnen Phasen des Waldes, bis hin zu deren unterschiedlichen Bewirtschaftungsstrategien. Aufgrund der Klimaänderungen und der damit verbundenen immer häufiger auftretenden Stürme kommt es im Forstamtsbereich zu immer mehr Freiflächen. Diese gilt es wieder zu bewalden. Damit kommt der Etablierungsphase ein bedeutender Stellenwert zu. Dazu wurden die Gemeinderäte über Vor- und Nachteile der Klumpenpflanzungen informiert. So ist es möglich, durch Klumpenpflanzung standortgerechte Baumarten auf der Fläche zu etablieren und in den verbleibenden Zwischenfeldern das Ansamen von verschiedenen Baumarten aus Naturverjüngung zu ermöglichen. In dem Zusammenhang wurde auf die zu hohen Wildbestände und die damit verbundenen notwendigen Schutzmaßnahmen eingegangen.

Nachdem die Theorie im Saal vermittelt wurde, lud das Forstamt auf einen Spaziergang im Forstrevier Höhn mit Revierleiter Michael Welte ein. Dabei wurden die einzelnen Waldentwicklungsphasen und die jeweilige Bewirtschaftungsstrategie vorgestellt.

Los ging es an einer Sturmwurffläche des Jahres 2008, die durch Ahornklumpen wiederbegründet wurde. Bevor die Klumpenpflanzung unter die Lupe genommen wurde, konnte aufgrund des jüngsten Sturmereignisses „Xynthia“ eine Vorführung der Firma Christof Wiederstein zur fachgerechten Sturmholzaufarbeitung mit landwirtschaftlichen Schlepper mit Forstausrüstung bestaunt werden. Anschließend wurde das Für und Wider bei der Klumpenpflanzung und die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen diskutiert. So kostet ein Einzelschutz pro Pflanze für Aufbau, Pflege und Abbau ca. 3,- €, wenn eine Wuchshülle verwendet wird. Diese müssen mehr investiert werden, um die Pflanzung trotz des hohen Wildverbisses „durchzubekommen“.

Nach Kaffee und Kuchen direkt im Wald ging es gestärkt weiter zur nächsten Waldphase – der Qualifizierung. Durch innerartliche Konkurrenz sollen sich die vorgestellten Buchen solange beschatten, bis ca. 25 % der erreichbaren Endhöhe astfrei sind. Dann werden einzelne vitale und gerade Bäume durch Freistellung in ihrem Zuwachs gefördert. Dies ist der Beginn der Dimensionierungsphase, die an einem weiteren Waldbild anhand frisch freigestellter Fichte, Eiche und Birke präsentiert wurde.

Das letzte Waldbild zeigte einen ca. 60-jährigen Fichtenwaldort in der sogenannten Reifephase. An etwas lichteren Stellen ist es möglich, durch das Anlegen von Berg-Ahorn- und Buchenklumpen unter dem Schirm des Altholzes bereits jetzt den Folgebestand zu sichern. Die Pflanzen wachsen unter dem Schirm wesentlich leichter an als später auf der Freifläche. Damit schließt sich der Kreis der Phasen des Waldes und auch der kleine Spaziergang durch den Wald mit den Förstern ging zu Ende.

Der Nachmittag bot den Vertretern der Bürgerschaft des Westerburger Landes einen kleinen Einblick in die Forstwirtschaft und die aufgrund der Klimaerwärmung zu lösenden Probleme. „Sicherlich erleichtern die gesammelten Eindrücke dem einen oder der anderen bei der nächsten Gemeinderatssitzung die forstlichen Fachausdrücke besser zu verstehen und mitreden zu können, wenn mal wieder das Thema „Forst“ auf dem Sitzungsplan steht!“

Mit diesem Schlusswort bedankte sich der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Westerburg Günther Raspel beim Leiter des Forstamtes und seinen Mitarbeitern für den informativen und interessanten Vortrag und Waldbegang.

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Gaststätte „Beim Holländer“