Mittwoch, 18. Oktober 2017 - 22:05 Uhr

WIESENSEE

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Islandpferde sind - wie dieses Foto unterstreicht - mit allen Wassern gewaschen. Diese Formation reitet gerade über den zugefrorenen Wiesensee. Die Islandpferdefreunde

Reitsportfreunde "Wäller Wind" sind auf jedem Parkett zu Hause - Mit "Herr der Ringe" Siegertreppchen erklommen

Auf dem Rücken der Pferde liegt bekanntlich das Glück der Erde. Sind die Pferde etwas kleiner, kann dieses Glück dennoch riesengroß sein.

HOMBERG. Die Islandpferdefreunde "Wäller Wind" aus dem Hohen Westerwald gehen mit ihren Vierbeinern durch dick und dünn: Naturbegeistert brausen sie durch Wald und Wiesen, zeigen aber auch kunstvolle Reit-Choreografien bei Großveranstaltungen. Ein Höhepunkt der Quadrille-Auftritte war bisher die "Equitana Hop Top Show" in Essen (2007), wo sie viele Tausend Besucher begeisterten. Die temperamentvollen Vierbeiner mit dem natürlichen Charme sind anscheinend nirgendwo deplatziert. Trittsicher und selbstbewusst bleiben die Islandpferde des Westerwälder Vereins auch, wenn sie sozusagen aufs Glatteis geführt werden.

 


Das neue Jahr begann mit einer spannenden Herausforderung: Ein Ritt über den zugefrorenen Wiesensee war angesagt. Acht hartgesottene Reiter trafen sich dafür am Winner Ufer. Als erstes verpasste Sportwartin Ulrike Ketter (Homberg) den Pferden Spikes. "Dafür muss ich einige Hufnägel ziehen und durch längere Eisnägel ersetzten", erklärte sie. Willig strecken die Tiere ihr die Hufe entgegen. Die "Hufe" der Menschen hingegen sind nicht so gut ausgerüstet. Für Zweibeiner wird jeder Schritt an diesem Tag zur Rutschpartie. Die Islandpferde zeigen sich durch die Glätte nicht verunsichert. Ruck, zuck laufen sie zum See und huschen schon übers Eis. Nur ein Tier umgeht lieber die schneefreien Flecken, die wie offenes Wasser wirken.

"Diese weite, ebene und scheinbar grenzenlose Fläche ist herrlich", schwärmen die Reiter. Fast 45 Minuten lang kosten sie das ungewöhnliche Erlebnis aus, das nicht so ohne ist. Zwischendurch knackt die dicke Eisdecke besorgniserregend. "Wir bleiben am Rand, wo das Wasser nur Pfützentiefe hat", beschließen einige Reiter. Als sie Schulter an Schulter herantölten, rauscht hörbar eine Wasserwoge unter ihnen mit. Immerhin wiegt jedes Pferd rund 400 Kilogramm.

In einem ganz anderen Umfeld waren die Islandfreunde im vergangenen Jahr zu erleben: Beispielsweise beim Westerwälder Umwelttag auf der Fuchskaute, wo sie als "Sonnenvolk" auftraten. Eine isländische Schöpfungsgeschichte stellte die Quadrille mit etwa 25 Reitern dar. Diese Pferde ertragen es auch im Pulk zu laufen und zeigen dabei keine Nervosität. Kostüme, wehende Stoffe und atemberaubende Reitfiguren zu mitreißender Musik fesselten das Publikum. Christine Mack (Homberg) hat die Idee entwickelt und die Musik ausgewählt , die Choreografie stammt von Ulli Ketter. Unter den Mitgliedern gibt es Tontechniker und geschickte Näher - alles ist hier "Marke Eigenbau". Die Reiter sind ebenso vielseitig wie ihre Vierbeiner. "Es ist ein Kontrast zu den einsamen Feldritten", meint Mitglied Rita Werner, "aber auch eine willkommene Abwechslung".

"Wir kommen gut an mit unseren Darbietungen", stellen verschiedene Mitglieder mit ein wenig Stolz fest. Im Fernsehen wurde schon über ihren Auftritt bei der Equitana berichtet, selbst die bekannteste Boulevard-Zeitung brachte ein Foto von ihrer "Sonnengöttin". Als regelrecht "infiziert" bezeichnet sich Rita Werner von der Pferderasse. Sie schätzt den robusten, natürlichen Charakter der Pferde. "Ich möchte nichts anderes haben", gesteht sie.

Rund 110 Mitglieder gehören zu dem im Jahre 2000 gegründeten Verein der "Islandpferdefreunde Wäller Wind e.V.". Zwar ist die Geschäftsstelle in Weidenhahn, aber der Einzugbereich dehnt sich bis in den Lahn-Dill-Kreis aus, in den Taunus, nach Düsseldorf - ja sogar bis nach Kanada. "Letzterer ist ausgewandert, hat aber seine Mitgliedschaft nicht beendet", erklärt Gründungsmitglied Rita Werner (Limburg) lachend. Auf den Wohnort kommt es also nicht an - allein wichtig ist die verbindende Liebe zum Islandpferd. Von Anfang an war der Verein sehr aktiv: Die Quadrillegruppe startete gleich mit ihren einstudierten Schaubildern, die sie an verschiedenen Veranstaltungen präsentierten (unter anderem bei der "Indian Art" in Steinen). 2006 wurden sie mit der Aufführung "Herr der Ringe" beim Showwettkampf der Vereine in der Frankfurter Festhalle mit dem ersten Platz der Jury als auch der Publikumswertung ausgezeichnet.

Sportwartin Ulrike Ketter (Homberg) hat den Trainerschein beim IPZV (Islandpferde Reiter- und Zuchtverband) erworben und führt regelmäßig Tölt-Kurse durch. Für die vielen jungen Mitglieder wird auf dem Hof der Geschäftsführerin Annette Weißenfeld (Weidenhahn) ein jährliches Zeltlager organisiert. Außerdem gehören Saisoneröffnungsritt und Vereinsrallye zu den festen Programmpunkten.

 Informationen gibt"s unter: www.islandpferdefreunde-waeller-wind.de

Islandpferde
In Deutschland halten Islandpferde die größte Population unter den Pony- und Spezialrassen. Sie stammen natürlich ursprünglich aus Island, wo ein strenges "Reinheitsgebot" herrscht: Kein Pferd, das die Insel einmal verlassen hat oder auf dem Kontinent gezüchtet wurde, darf nach Island einreisen. Die Isländer haben die Tiere übrigens auch (wörtlich!) zum Fressen gern. In Deutschland sind die kräftigen und freundlichen Kleinpferde (Widerristhöhe 1,30 bis 1,45 Meter) bei Erwachsenen und Kindern beliebt als Reitpferde im Sport (in speziellen Gangprüfungen) und in der Freizeit. Manche Islandpferde kommen mit einer Viergangausstattung auf die Welt, andere sind sogar Fünfgänger: Neben Schritt, Trab und Galopp gibt es den Tölt (eine gemütliche Vier-Takt-Gangart, bei der der Reiter "wie auf dem Sofa" sitzt), obendrein gibt es den Rennpass. Bis auf Tigerschecken kommen alle Farben vor. 

Westerwälder Zeitung vom 02.02.2009

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