Sonntag, 20. August 2017 - 08:05 Uhr

WIESENSEE-SANIERUNG

Wappen der Ortsgemeinde Stahlhofen am WiesenseeAlle Beiträge zum Thema "Sanierung des Wiesensee's" finden Sie hier

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Der Wiesensee aus der Vogelperspektive betrachtet. Deutlich ist die Verschlammung zu erkennen. Leser können dieses Foto (Bildnummer: 3197621) und weitere Luftbilder unseres Landes kaufen. Infos gibt es unter 0261/98 36 2000. Bestellformular: www.rhein-zeitung.de/luftbilder - Gerhard Launer

Westerburg - Die Entschlammung des Wiesensees soll nach Auskünften aus dem Mainzer Umweltministerium mit einem Zuschuss in Höhe von 90 Prozent gefördert werden (die WZ berichtete). Wie ernst es bei der Behandlung des Patienten „Wiesensee“ um den Förderungswillen der Landesregierung bestellt ist, zeigte eine Bewilligungsbescheid der dieser Tage bei der VG-Verwaltung Westerburg eintraf: 410.000 Euro wurden durch das Land für anfallenden Planungs- und Ingenieurkosten bereit gestellt. Eine Umweltverträglichkeitsstudie wurde abgeschlossen. Fazit: Gegen das Projekt bestehen aus Natur- oder Artenschutzgründen keine Bedenken.

 

Die geschätzten Investitionskosten für das Entschlammen des Gewässers in einer Spanne von rund 3,7 bis 6,1 Millionen Euro. Über die genaue Höhe lässt sich laut VG-Bürgermeister Loos zum augenblicklichen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen. Durch die beabsichtigten Maßnahmen wird sich das Gewässer um 8 bis 10 Hektar Fläche verkleinern. Es wird davon ausgegangen, dass annähernd eine halbe Million Kubikmeter Nasssedimente bewegt werden müssen.

Der Bescheid aus Mainz schafft eine gewisse Planungssicherheit für die Verbandsgemeinde Westerburg, die in den kommenden Jahren enorme Kosten im Planungsbereich für die Entschlammung aufbringen muss. Der See ist Schwerpunktgewässer im aktuellen Maßnahmenprogramm nach der Wasserrahmenrichtlinie, das bis 2015 umgesetzt werden soll. Eingelenkt habe, so Loos, mittlerweile auch die obere Naturschutzbehörde, die vor einem Jahr noch verlauten ließ, dass man auf einen Dammbau verzichten könne. Ein Umweltverträglichkeitsgutachten wurde kürzlich abgeschlossen. In der Studie kommt man zu dem Ergebnis, dass vor allem bei der Umsetzung der Maßnahme im Nassbaggerverfahren (Anmerkung: im Gegensatz zum Trockenverfahren) eine erhebliche Beeinträchtigung der im Projektraum vorhandenen Schutzgebiete und der im Bereich des Gewässers verbreiteten Tier- und Pflanzenarten vermieden werden kann.

Eine Sedimentschicht von durchschnittlich 60 Zentimetern lagert auf jedem Quadratmeter des 77 Hektar großen Wiesensees, der immer mehr verlandet. Die Schlammschicht ist unterschiedlich stark und erreicht an der dicksten Stelle sogar 2,15 Meter – dabei ist der See nur etwa zwei bis vier Meter tief. Ein Karlsruher Ingenieurbüro soll die europaweite Ausschreibung der Entschlammungsmaßnahme vorbereiten. VG-Bürgermeister Loos geht davon aus, dass das Projekt Ende Januar 2012 ausgeschrieben werden kann und dass man etwa ein Vierteljahr für das Verfahren benötigen wird. Ein Bodengutachten, das kurzfristig auf den Weg gegeben werden soll,  soll vor allem Klarheit über die geplante „Landgewinnung West“ durch den Bau eines Dammes schaffen.

Angestrebt ist ein genehmigungsfähiges Planfeststellungsverfahren mit umfassender öffentlicher Beteiligung. „Unser Anliegen ist es, eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu finden“, betont VG-Bürgermeister Gerhard Loos. Sein Wunsch ist es, mit der Maßnahme 2013/2014 beginnen zu können. (wez)

Quelle: Westerwälder-Zeitung vom 09.12.2011

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